Freitag, 25. Oktober 2013

Lampenschirmtänze

Man schlägt sich durch,
arbeitet und arbeitet,
wie eine Maschine,
vielleicht nicht so präzise,
dafür flexibler.
Man schlägt den Wecker,
sucht einen Grund
um in der Nacht aufzustehen.

man wankt ins Bad,
wäscht sich,
zieht sich an,
frühstückt
und fährt
durch die kühle Dunkelheit
zu diesem grauen Gebäude
wo man den Tag verschwenden wird.

Man geht einkaufen,
besorgt die nötigen Dinge,
kocht und isst etwas,
fühlt sich satt
und leer,
man sitzt herum,
glotzt in den Fernseher,
glotzt in den Computer,
glotzt auf das Handy,
langweilt sich
und ist müde.

Man bezahlt seine Steuern,
bezahlt seine Rechnungen,
nimmt ein bisschen teil,
am Alltagsleben,
an der Gemeinschaft,
an den kulturellen Ereignissen.
Man geht irgendwo hin,
macht irgendwelche Dinge,
versucht sich besser zu fühlen,
glücklich zu sein,
die kurze Zeit zu nutzen,
die man für sich selbst hat.

Man hasst die Menschen,
hasst sich selbst,
liebt jemanden,
beschützt jemanden,
lebt für jemanden,
ist traurig,
ist fröhlich,
ist besoffen
und tanzt
nur mit einem Lampenschirm 
bekleidet auf einem Tisch
und fällt hinunter,
jammert und
findet keinen Grund
um wieder aufzustehen.

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