Mittwoch, 2. November 2016

Reflux des Wahnsinns

Es ist verdammt schwer, den Verlockungen des Wahnsinns nicht zu erliegen. Wie ein brennender Reflux tritt er immer dann in unser Leben, wenn wir nicht vorbereitet sind und keine Zeit für ihn haben. Leute wie mich, die biederen Durchschnittstypen, uns trifft es zuweilen am härtesten.
Wir sind bescheidene Säufer, lehnen harte Drogen ab, sind monogam, Klein- oder Keinkriminelle, zahlen unsere Rechnungen, arbeiten für unser Geld, sind nicht dumm und auch nicht lebensmüde. Kurz und gut, wir sind die vernünftige Komponente in unserer Gesellschaft. Aber auch wir - oder gerade wir - sind nicht immun gegen die verrückten Sirenengesänge der Zügellosigkeit. Auch wir blicken gerne in einen blutrünstigen Schlund um mal etwas Abwechslung zu erhalten. Schliesslich gilt die Feststellung, dass Normalität schon immer die abartigsten Monster erschaffen hat. Die wahren Langweiliger sind kantig wirkende Energiebündel à la Brad Pitt, wogegen die kühle Buchhaltervisage eines Edward Nortons dir einen kalten Schauer über deinen pickligen Rücken jagen sollte.

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