Samstag, 18. August 2018

Pepra Saison und die Unsterblichkeit

Das Bier bringt mich zum Träumen. Das Bier und die Musik. Es löst mich von den Fesseln der Menschen. Von den Fesseln meiner eigenen Erwartungen. Von den Ängsten, die mich in den kalten Nächten heimsuchen und wenn ich am Morgen tot unter der Dusche stehe und versuche die Fäulnis von meiner Haut zu spülen. Die Welt dreht sich wie ein Kreisel, der geradewegs in eine Abwärtsspirale rotiert.
Runter in die modernde Hölle der anzugtragenden Biedermeier und der besserwisserischen Internatskinder. Die Schreie in meinem Kopf fühlen sich an wie Migräne. Mein Blick ist gegen innen gerichtet. Was um mich herum passiert, nehme ich nicht wahr. Ich trinke eine gepfefferte Jahreszeit und lausche einem verstaubten Klavier. Das hymnische dieser Klänge beschert mir einen Ständer. Ich versuche meine menschliche Natur zu verheimlichen und verstecke mich in einem leeren Pappkarton. Dort drinnen riecht es nach altem Katzenurin und Channel No. 5. Ich nehme an, dass sind nur Nuancen der selben Geruchspalette. Mein Verstand lässt mich zweifeln, ob die Seele des Menschen wirklich existiert. Ich fühle mich zwar unsterblich, aber gleichzeitig verdammt verrottet. Man kann nicht ernsthaft glauben, dass es etwas gibt, was noch ist, wenn eigentlich nichts mehr ist. Die philosophischen Aspekte und Implikationen von diesen Überlegungen sind mir klar, aber egal. Scheissegal um genau zu sein. Nur die Wahrheit der Worte zählt. Wer diese Weisheit verstanden hat, wird möglicherweise tatsächlich ewig leben. Trotz physischem Modergestank und bakteriellem Zerfall der Zellen, wer Weisheit erlangt hat überdauert die Maden und ihre proteinhaltigen Ausscheidungen. Ein Cello spielt. Der letzte Schluck ist weg. Ich überdauere wieder einen Tag. Schritt für Schritt bis zur Unendlichkeit.

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